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Wer ist durch ADHS gefährdet?

Die Forschung zu möglichen Ursachen, Behandlungen und Risikofaktoren für ADHS ist im Gange. Daher müssen Eltern und medizinische Fachkräfte manchmal ihre Vorstellungen über ADHS auf der Grundlage neuerer Forschungsergebnisse überdenken. Um etwas darüber zu verstehen, wer einem Risiko für die Entwicklung von ADHS ausgesetzt ist, ist es wichtig zu beachten, dass es keine geklärte Frage ist, welche Rolle Genetik, Umwelt, Verletzungen und Erziehungspraktiken bei der Entwicklung von ADHS spielen.

Im Folgenden sind einige der bekannten und mutmaßlichen Risikofaktoren für die Entwicklung von ADHS aufgeführt.

  • Demografie

Welche Arten von Kindern entwickeln ADHS-Symptome? Gibt es bestimmte Gruppen, die tendenziell anfälliger für diese Störung sind? Bei Jungen wird häufiger ADHS diagnostiziert als bei Mädchen. Einige Quellen weisen jedoch darauf hin, dass neue Diagnosetechniken und Erkenntnisse möglicherweise mehr Frauen mit ADHS aufdecken als bisher angenommen.

Untersuchungen zeigen, dass ADHS eine universelle Störung ist und nicht auf eine bestimmte ethnische Gruppe oder Kultur beschränkt ist. Allerdings ist ADHS in Kulturen, in denen Kinder zur Schule gehen müssen, tendenziell stärker erkennbar.

  •  Genetik

Gesundheitsexperten haben darauf hingewiesen, dass es keine genetische Epidemie gibt und die Zahl der ADHS-Diagnosen epidemische Ausmaße annimmt. Dennoch kann es neben dem Geschlecht auch genetische Faktoren geben.

Es wurde beobachtet, dass ADHS in Familien auftritt, aber das muss nicht unbedingt darauf hinweisen, dass tatsächlich ein Gen beteiligt ist. Stattdessen können Erziehungspraktiken oder Umweltfaktoren eine Rolle spielen, da Familien dazu neigen, ihre Kinder ähnlich zu erziehen, wie sie selbst erzogen wurden.

  •  Umfeld

Die Rolle der Umwelt bei der Entstehung von ADHS ist umstritten und wird noch erforscht. Jüngste Erkenntnisse deuten jedoch auf einige eindeutige Möglichkeiten in dieser Hinsicht hin.

Schon vor der Geburt eines Babys können Umweltfaktoren dazu beitragen, das Risiko zu erhöhen, dass das Baby an ADHS erkrankt. Untersuchungen weisen auf einen Zusammenhang zwischen dem Rauchen, Trinken und/oder Drogenmissbrauch der Mutter und der späteren Entwicklung von ADHS-Symptomen beim Kind hin.

Die Exposition gegenüber Pestiziden ist stark mit der Entwicklung von ADHS verbunden. Im Frühjahr 2010 wies eine viel beachtete Studie auf den möglichen Zusammenhang zwischen Pestizidexposition und der Entwicklung von ADHS bei Kindern hin.

Auch die Bleiexposition bei Kindern unter 6 Jahren kann bei ADHS eine Rolle spielen.

Experten für natürliche Gesundheit weisen auf die Rolle künstlicher Farbstoffe, Aromen, Konservierungsstoffe und anderer Lebensmittelzusatzstoffe bei ADHS hin. Sie weisen auch auf die allgemeine Rolle einer gesunden Ernährung bei der Vorbeugung und Behandlung von ADHS hin. Daher besteht bei Kindern, deren Familien keine gesunden Essgewohnheiten pflegen, möglicherweise ein höheres Risiko für ADHS.

  • Verletzung

Untersuchungen zufolge entwickeln Kinder und Babys, die Kopfverletzungen erleiden, viel häufiger ADHS als Kinder, die nicht verletzt sind.

  •  Erziehungsstil

Studien auf der ganzen Welt haben gezeigt, dass bestimmte elterliche Verhaltensweisen bei Familien mit ADHS-Kindern einheitlich sind. Aber es ist unklar, was zuerst da war – führte der Erziehungsstil zu den ADHS-Symptomen bei den Kindern oder verschlimmerte sie sie? Oder hat das ADHS der Kinder die gleichen elterlichen Reaktionen und daraus resultierenden Erziehungsstile hervorgerufen?